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Siedlung

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Parameter der Bauleitplanung und Stadtgestaltung

Es sind Grenzwerte, wie die von giftigen Substanzen in der Nahrung. Allerdings mit dem Vorteil der Sichtbarkeit. Sie sind auffällig, wie die geplanten und bereits errichteten Baumassen auf dem Gasag-Areal !

Definiert als Geschossflächenzahl GFZ, Summe der Vpllgeschosse pro Baufläche. Mit einer GFZ 3 kann demnach ein Gebäude errichtet werden, das die dreifache Grösse der Baufläche beinhaltet. Die Baufläche beinhaltet dabei keine Verkehrsflächen !

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Verdichtete Siedlungs-Struktur  „Kerngebiet“

Menschen haben immer erst im Rückblick Zusammenhänge erkannt und sie benannt. Die Bezeichnung „Siedlungs-Struktur“ dürfte daher erst in der Neuzeit eine Bedeutung bekommen haben. Genau genommen mit dem Bewusstsein, das sich Lebensräume verdichten und dabei unterschiedliche Nutzungen hervorbringen.

Aus diesem Grund wurden „Baugebiete“ zunächst in der Zeit nach 1949 in den Länder-Bauordnungen mehr oder weniger definiert. In Berlin zuletzt mit der BO 58.

Durch die Einführung des BauGB 1960 konnte eine neu geschaffene Lenkungsverordnung die Baudichte vereinheitlichen. Zugleich bindend für die Bauleitplanung im Bund, wurde die BauNVO in der Fassung vom 26.06.1962 erlassenen. Geregelt wird die Art und das Mass der baulichen Nutzung für unterschiedliche Siedlungs-Strukturen, festgelegt als Baugebiete.

Exkurs :

Baugebiete der Vorzeit

Flussläufe sind die ersten Siedlungs-Strukturen gewesen. Von Vorteil ihrer Beständigkeit waren zusätzliche Wege, als nächste Form einer Siedlungs-Struktur, die Reisende benutzten, um in den Siedlungen zu übernachten, zur Aufnahme von Proviant und Wasser für sich und ihre Tiere. Handelsreisende errichteten in günstig gelegenen Siedlungen Lagerhäuser. 

Genau so ist Berlin entstanden, allerdings mit einem Sicherheits-Aspekt, denn Berlin, ebenso Paris wurden auf einer Fluss-Insel gegründet.

Dazu eine Kreuzung von Handelswegen mit den Strassen von Aachen nach Königsberg auf etwa einer West-Ost -Achse und der Strasse von Süd nach Nord, vom Mittelmeer über den Brenner, Innsbruck bis Stettin. Aus diesen Wegen gingen die R1 und R2 heute in verkürzter Länge B1 und B2 hervor.

Verdichtete Baugebiete

Eine Siedlung entlang einer Strasse, ein Strassendorf. Schöneberg, Steglitz und Zehlendorf, alles Strassendörfer. Zudem Kreuzungen mit Wegen zu anderen Siedlungen.

Es waren stets Wege an denen sich Menschen niederliessen, sei es zur Sicherheit, zum Lebensunterhalt, nähe zum Markt-Platz und um Gemeinde-Einrichtungen in Anspruch nehmen zu können.

Eine Verdichtung wird statistisch als Baudichte durch die GFZ (Summe der Nutzungsebenen pro Bau-Fläche) und der Einwohner-Dichte, Einwohnerzahl pro Bau-Fläche erfasst. Die Einwohnerzahl stieg bereits mit dem Aufkommen der Eisenbahn an und etwas später in der sg. Gründerzeit, ca. 1875-1910, durch Neubau von Wohnhäusern mit hintereinander liegenden Quergebäuden und engen Höfen sg. Mietskasernen(In Schöneberg eher selten) entlang einer Strasse, auch die Baudichte.  

Die Einwohnerzahl Schönebergs lag 1885 bei 15.872, 34 Jahre später 1919 waren es 175.093 Einwohner.

Erschliessung neuer Baugebiete

Richtige Bebauungspläne wurden zwar erarbeitet, jedoch tat sich Schöneberg schon damals schwer sie umzusetzen.(Südkreuz) Schon eher wurden Strassen- und Baufluchtpläne festgesetzt. Wie etwa 1902 für die Strassenbegrenzung der Torgauer Strasse.

Arbeitsgebiet Gasag-Areal

Damit schliesst sich der Kreis, denn das Gasag-Areal wurde einzig über Wege der Eisenbahn für seine Gas-Produktion erschlossen.

Folglich besitzt das Gasag-Areal auch keine Siedlungs-Struktur und kann als Baugebiet weder runter noch hochgestuft werden, es ist ein Arbeitsgebiet nach der noch gültigen Definition der BO 58 !

Um die zwingend in der Bauleitplanung anzuwendende BauNVO mit ihren Definitionen von Baugebieten erfüllen zu können, muss eine Siedlungs-Struktur vorhanden sein !

Also muss ein Strassenplan (BauGB §12) erstellt werden, um Parzellen für Baufelder (wie zur Verwirrung des Betrachters gesagt wird) und Baudenkmale anlegen zu können !  siehe BauNVO §17

Die Torgauer Strasse spielte lediglich als Zugang der Beschäftigten eine Rolle, sie wurde als Baustellenweg zur Herstellung des Bahndammes angelegt.

Unzulänglicher Zubringer ohne Verteiler

Nun soll die Torgauer Strasse mit dem Profil eines Baustellenweges ohne Bürgersteige als Zubringer für zusätzlich 12.000 Bewegungen und Besucher pro Tag dienen, ohne Planung ohne Berechnung des erforderlichen Strassen-Profils ! Mehr noch, die Planung der Torgauer Strasse wurde im B-Plan 7-29 als „nicht Bestandteil des B-Plans 7-29“ ausgeschlossen !.

Wenn von den Neo-Untertanen behauptet wird „Das Gasag-Areal ist schon deshalb erschlossen, weil es an der Torgauer Strasse liegt“, dann ist dass ungenommen.

Nur, die Baufelder und Denkmale müssen erschlossen werden. Sie benötigen jeweils eine Verbindung als Verteiler vom Zubringer Torgauer Strasse.

Vom Bauherrn in die Welt gesetzt, von seinen „Fach-Ingenieuren“ bestätigt und von den Neo-Untertanen des Bezirksamtes und der Senatsverwaltung ungeprüft übernommen ! 

Neo-Untertan als Vertreter des Bezirksamtes : „statt einer Berechnung nach BauNVO –  Ausführung einer Anweisung des Bauherrn“ !

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Ein Eldorado für Schüler und Studenten unterschiedlicher Fachgebiete – ……………der B-Plan 7-29 !

Vorsicht beim Nachmachen, auf keinen Fall in Klausuren verwenden !

Der Einstieg für Stadtplaner und Juristen ist die Geschossfläche, die hier einfach bestimmt wird mit der gleichzeitigen Behauptung „Dass Mass nach BauNVO Kerngebiet mit GFZ 3 erfüllt zu haben“.

So bleibt auch die neue Grüne Stadtbaurätin der Linie ihres Vorgängers zwar treu, jedoch verhaspelt sie sich in Antworten kleiner Anfragen vor der BVV Schöneberg, : „Dass es zwar im Kerngebiet keine privaten Extratouren gibt, jedoch die erforderliche Erschliessung Privatsache sei“ !

Der Einstieg für Bauingenieure und Stadtplaner liegt in der Trassenführung der PlanstrasseA. In den Darstellungen des Bauherrn und im B-Plan 7-29 scheint sie auf gleicher Höhe mit der Torgauer Strasse zu verlaufen. Ein Unding, denn nicht nur die Durchfahrthöhe ist nicht gewährleistet, sondern auch durch das wesentlich tiefer liegende 5. Gleis, sodass ein über 4 m tiefer Graben, wie er in der scheinbar doch nicht überholten Westtangenten-Planung erkennbar ist, entsteht.

Einstieg für Schüler : „Welcher Eindruck wird vermittelt, wenn du in einem Aufsatz 4 x schreibst : „das ist die reine Wahrheit““. Gesehen im „Städtebaulichen Vertrag“, “Der Vertrag stellt zugleich sicher, dass die Planungshoheit Berlins (Schönebergs) nicht eingeschränkt wird.“

Einstieg für Bauzeichner : Legende  weitere Lernbeispiele : Kontext

Demokratie ade, Bienvenue décadence !

dr sakis: Dur dur la vie

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