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Inkohärenz – Nutzungsintensivierung

Posted in Inkohärenz, Nutzungsintensivierung by ARCHITEKT Dipl.-Ing. Knut G Jeckstadt on 5. Oktober 2012

 

Inkohärenz des B-Plans 7-29 zum Stadtentwicklungsplan

Der Bauherr trat als „Ideengeber“, als „Projektentwickler“ auf, um seine Idee in die Praxis umzusetzen. Mit seiner Idee, seinem Projekt verknüpft er, nicht nur nicht relevante Marketingideen, sondern auch 10 Bedingungen, die jedoch nicht der Öffentlichkeit bekannt gegeben, allerdings erkennbar wurden. Dabei missachtet er, und das ihn unterstützende Stadtplanungsamt Schöneberg, den Stadtentwicklungsplan mit seinen Planungshinweisen, und verweigert eine Bilanzierung der Umweltdaten, nach dem Gesetzesbezug zur Erstellung eines Umwetberichtes.

Demnach stehen den privaten Interessen des Bauherrn mit 10 Bedingungen, – öffentliche Interessen entgegen, die, als Bewertungskategorien des Stadtentwicklungsplans für Neubauplanungen in Wort (Klimamodell Berlin – Bewertungskarten (Ausgabe 2009)) und Karte (Planungshinweise Stadtklima), nach VDI (Verein Deutscher Ingenieure e.V.): ungünstig (sind) :

Mit ihrer Lage im Stadtteil, befindet sich das Gasag-Areal, als „Klimaflur„, in der Einflusszone der Klimabildung der Innenstadt und trägt damit eine überregionale Bedeutung für Berlin.

Das Projekt des Bauherrn liegt auf dem Gasag-Areal, unmittelbar an dem unüberbauten Stadtautobahn-Ring mit dem Schöneberger Kreuz als Lärm- und Luftbelastungs-Quelle, ein Stadtteil mit zusätzlich sehr hoher bioklima`tischer Belastung

Daraus erklärt sich für das Gasag-Areal zwar, eine sehr hohe Empfindlichkeit gegenüber einer Nutzungsintensivierung, jedoch ist gerade sie, die Begründung der Veranlassung und Erforderlichkeit des Bebauungsplanes 7-29 mit einer Verdichtung des Wohngebietes. 

Das Gasag-Areal kann, laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, so erkennt man es aus ihrem Planwerk Südosten, Keine weitere Verdichtung ausgleichen.

Das nahm das Stadtplanungsamt Schöneberg beherzigend auf und entwickelte „Die Schöneberger Schleife“, mit Klimaflure für Berlin, die sich zudem zu den überregional geplanten „20 Grüne Hauptwege“ in das Konzept Stadtumbau West europan 9 einpassten. Jedoch wurde dieses Zukunft-Konzept zu Gunsten des Privat-Profiteurs aufgegeben.

Nicht nur um den „Klima-Flur“  Inmitten des Wohngebietes, sondern auch das versiegelte  Gasag-Areal zu stabilisieren, benötigt es eine Verbesserung der Durchlüftung, da es, mit der durch ihr verlaufenden tiefer gelegenen Wannseebahn-Trasse, die eine Teilung bewirkt, eine zentrale Lage einnimmt. 

Zwar benötigt der „Klimaflur“ in zentraler Lage zur Intensivierung seiner Wirkung, nach den Bewertungskategorien des Stadtentwicklungsplans 
nach VDI, eine Ausdehnung des Vegetationsanteils, jedoch wird mit Ankündigungen des Gegenteils im B-Plan 7-29 die Vegetationsfläche um 4.000 m2 und der Baumbestand um 77 Stück reduziert.

Allerdings behält man sich vor, weitere Bäume zu zerstören, verschweigt jedoch, das die Baugrube keine Vegetation übrig lassen kann, da sie sich über das gesamte Gasag-Areal erstreckt.

In dem B-Plan 7-29 werden zu den Bewertungskategorien des Stadtentwicklungsplans nach VDI, entgegengesetzte Annahmen getroffen, die einer verbesserten Wirkung des „Klimaflurs“ nicht dienlich sein können, denn alle Freiflächen werden bebaut und  versiegelt, die spärliche Begrünung ähnelt eher einem Pflanztrog, da das Substrat mit der Tiefgarage Kontakt hält, die es vom Erdreich aber trennt.

In dem Zusammenhang wird das Abführen des Regenwassers Interessant. Nach der Bauordnung Berlin darf es nicht in die Regenwasserkanäle eingespeist werden, da das getrennte Abwassersystem für Berlin nicht geschlossen ist. Das hat zur Folge, das bei größeren Regenspenden die Schmutzwasserkanäle überflutet werden und ihren Inhalt vor der Klärung in den Vorfluter, der Spree ableiten.:

Umwelt       –       Luftreinheit       –       Lärm       –       Baudichte

Wasserhaushalt       –       Stadtklima        –       Baum       –       Baulücke

Mit den genannten Stichwörtern sind Inhalte angesprochen, die als Handlungskonsequenzen unseren Lebensraum betreffen. Folglich atmen wir die Abgase unseres neu erworbenen Autos ein. Oder bekommen nicht genug Sauerstoff, weil wir den Baum vor unserem Fenster zerstört haben. Unser Stadtraum ist auch unser Lebensraum, der zu erhalten ist !

Die öffentlichen Interessen sind der Anlass zum ersten Abgleich eines Projektes mit statistisch aufgearbeiteten Datenplänen, als Bewertungskategorien des Stadtentwicklungsplans für Neubauplanungen in Wort und Karte, nach VDI, um eine Einschätzung über die, mit der Planung angetragene Seriosität zu bekommen.

Eine Routinearbeit der Stadtplanung, die, im vorliegenden Fall B-Plan 7-29, eine Ablehnung zur Folge hätte haben müssen, wenn, ja wenn die Politik nicht eingeschritten wäre und dem Bauherrn, –zwar „Par ordre du Mufti“, eine Seriosität bescheinigte, jedoch indem der Baustadtrat auf Zeit Bernd Krömer den B-Plan 7-29 unterschrieb, er sich gleichzeitig der Anwendung der Bewertungskategorien des Stadtentwicklungsplans für Neubauplanungen in Wort und Karte, nach VDI widersetzte und den Bauherrn gewähren liess.

Senatsgetragener „Willkürakt“

Aus nicht nachvollziehbarem Grund, wird das gerade noch als Lebenswichtig angesehene Thema „Klima-Wandel“, nun, zu Gunsten eines Privat-Profiteurs ausgesetzt und der Stadtentwicklungsplan ausser Kraft gesetzt.

Die Konsequenzen ihrer Handlungen konfrontieren alle Bürger Berlins, denn es ist ein Senatsgetragener „Willkürakt“ und wird so zu einem „Präzedenzfall B-Plan 7-29″ der Stadt Berlin, in Sachen Bauleitplanung.

Mit Gesetzesverstössen und Kunststückchen wie etwa der „Planreife„ des Zauberlehrlings lassen sich zwar Pressespalten füllen, jedoch bald nicht mehr die Lungen der Anwohner mit Sauerstoff, deren Produzent zu Gunsten der „Baulücke“ zerstört und als Baumbezeichnet wurde.

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