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Grundwissen Bauleitplanung

Posted in Grundwissen Bauleitplanung by ARCHITEKT Dipl.-Ing. Knut G Jeckstadt on 19. Februar 2012

Kaufmännischer Fehler „Doppelbelegung“

Soll : Ein Kerngebiet nach BauNVO §17, als städtisches Siedlungsgebiet, beinhaltet Verkehrsflächen. Die zulässige GFZ ist 3. Um die Geschossfläche, für etwaige Baufelder, ermitteln zu können, sind notwendige Verkehrsflächen auszunehmen.

Haben : Das Gasag-Areal, als Arbeitsgebiet, ist kein städtisches Siedlungsgebiet. Es besitzt eine Vollversiegelung die zwar entfernt wird, jedoch in der Übergangsphase als Verkehrsfläche genutzt.

Saldo :  Der Saldo bildet sich negativ ab, es fehlt die Struktur eines städtischen Siedlungsgebietes. Ein Strassen- und Wegenetz, das alle baulichen Anlagen miteinander verbindet, um sie, wie in der BauNVO als Baugebiet kategorisiert, einordnen und anwenden zu können.

Ausgleich : Ein Ausgleich stellt die Anwendung des BauGB § 12 dar, der für derlei Fehlstellen eingerichtet, mit der Aufstellung eines Vorhaben- und Erschliessungsplanes, Abhilfe schafft.

Revision : Nun wurde zwar ohne einen Ausgleich auf das Arbeitsgebiet die GFZ.3 als größter Wert für den Planungsraum Baufeld angewendet, der eine Verdopplung der Geschossfläche ergab, jedoch ist es kein Bestandteil der BauNVO §17, sondern der BO58 und damit keine Verdopplung !

Die BO58 gibt zwar keine GFZ vor, jedoch könnte die Baumassenzahl 8,4, gerade noch einer GFZ 3 entsprechen, jedoch läge der bebaubare Bereich bei 0,6, das ergibt unter Abzug der notwendigen Verkehrsfläche eine mögliche Geschossfläche, von 15.000.m², das wäre ein Zehntel der Festsetzung !

Dennoch wurde paradoxer Weise, eine drei-geschossige, auf das gesamte Gasag-Areal festgesetzte Baumasse, als Planungsraum für Baufelder als bebaubar erklärt. Eine Doppelbelegung, denn Strassen und Wege, also Verkehrsflächen, liegen ebenfalls in dem bereits deklarierten Planungsraum !

Eindeutigkeit des Planungsraumes

Der Mensch hat in seiner Evolutionsentwicklung gelernt, dass die Dinge mit denen er sich beschäftigt, über drei Dimensionen verfügen, wie er später feststellte, ist die Zeit eine Vierte.

Eine Grunderkenntnis, die natürlich auch in einem Bebauungsplan zum Ausdruck kommen muss.

Die Flächen die man einzeichnet, besitzen immer auch eine Höhe, womit sie als Planungsraum verstehbar sind. Das hat seinen Grund, denn Planungsräume können sich nicht durchdringen, mit einer Ausnahme, sie haben den gleichen Inhalt.

Ein Verkehrsraum und ein Bauraum haben zweifellos keinen gemeinsamen Inhalt, können sich folglich auch nicht durchdringen und müssen sorgfältig voneinander getrennt werden, damit keine Konfusion eintritt, die als Paradoxon zu einer erneuten Definition führt.

Konfusion, ist in diesem Sinne der Gegenpart zur Eindeutigkeit der Planung. Das wird an Auswirkungen von Naturkräften sichtbar, die den Sinn der menschlichen Planung verändern.

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Konfusion,

als Gegenteil der Eindeutigkeit eines Planungsraumes, ist normaler Weise kein Bestandteil der Planung.

Der B-Plan 7-29 beinhaltet jedoch eine geplante Konfusion, ein Paradoxon, das als Täuschung dem Betrachter ein Planungsziel aufzeigt, das unlogisch ist, durch die Komplexität, als geplante Überhäufung allerdings nicht sofort erkennbar.

Überprüfbar wird der Inhalt, indem die Planungsräume, jeweils als „Bauklotz“ gedacht, eine Funktion übernehmen.

Beispiele : PlanstrasseA, Kreuzungsbauwerk, TorgauerRestStrasse, Einfahrt Gasag-Areal, Feuerwehrzufahrt, 2. Ausfahrt und Verkehrsräume allgemein.

All diese Planungsräume sind nicht eindeutig, durchdringen andere und stellen so eine geplante Konfusion in Form von Paradoxien dar !

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Bebauungsplan,

das sagt schon der Name, zeigt Bebauungen auf, die errichtet werden dürfen.

Dazu gehören alle baulichen Anlagen, die eine Versiegelung des Erdreiches zur Folge haben. Die baulichen Anlagen, die errichtet werden dürfen, werden mit ihren äusseren Begrenzungen in den Plan eingezeichnet.

Bauliche Anlagen die ein Vollgeschoss beinhalten, gehen in die Geschossfläche* ein, Flächen die kein Vollgeschoss beinhalten sind nicht Bestandteil der Geschossfläche.

Bauliche Anlagen die unterhalb des Erdreiches liegen, sind ebenfalls kein Bestandteil der Geschossfläche.

Die Flächen die unversiegelt bleiben, sind Bestandteil der Geschossfläche. Sie dürfen zwar nicht bebaut werden, jedoch bilden sie für die Baudichte eine Verhältnismässigkeit.

Dem gegenüber stehen die Flächen die mit nicht-vollgeschossige bauliche Anlagen bebaut werden dürfen, im Allgemeinen sind es Verkehrsflächen, sie sind ebenfalls nicht Bestandteil der Geschossfläche.

Der Bebauungsplan wird zur Satzung, wenn er von der BVV beschlossen wurde und die obere Fachbehörde dem zugestimmt hat.

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*Geschossfläche, als Masse, aber auch als Bereich möglicher Baufelder

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Die Geschossflächenzahl GFZ,

gibt die Baudichte wider, sie ist in der BauNVO geregelt, und abgeleitet von Art und Mass der baulichen Nutzung des BauGB.

Die GFZ ist eine allgemeine Grösse und bezieht sich auf EIN Grundstück*, für EIN Baufeld, also EIN Gebäude, an einer ausserhalb liegenden Verkehrsfläche, die bei jedem Bauantrag nach BauO Bln. nachgewiesen werden muss und braucht daher ein Ordnungssystem, eine Angabe, als Vergleichs-Massstab, der in einem Bebauungsplan festgesetzt und ablesbar sein muss.

Um einen Bauantrag für ein Grundstück erstellen zu können, sind die Möglichkeiten der Veränderung zu prüfen die in einem Planungsrahmen zusammengefasst, die Planungsgrundlage bildet.

Für eine Planung ist die GFZ und die Lage der Strasse von vorrangiger Bedeutung.

Parameter, die einem Bebauungsplan enthalten sein müssen.

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*Im Gegensatz zum Grundstück steht das Areal. Es beinhaltet mehrere Baufelder und deren Verkehrsflächen.

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Verkehrsplanung

Um eine Verkehrsplanung durchführen zu können, muss Platz sein um einen Verkehrsraum einfügen zu können. Möglichkeiten der Bebauung eines Areals, werden in einem Bebauungsplan dargestellt, sind keine Verkehrsflächen eingezeichnet, bedeutet es das diese freien Flächen nicht bebaut, nicht versiegelt werden dürfen. Das gilt auch für Bereiche die mit einer Tiefgarage unterbaut werden.Verkehrsflächen sind nur in der Darstellung Flächen, sie werden ihrer Funktion nur gerecht, indem sie eine Höhe bekommen, damit sie als Verkehrsraum ihre volle Wirkung erzielen können.

Eine Strasse hat eine gewisse Breite, in der alle gewollten Bereiche untergebracht sind, dazu benötigt sie die Höhe, um die Funktionen Belüftung und Belichtung erfüllen zu können. Durch den sich permanent veränderten Sonnenstand, besteht zwischen der Breite einer Strasse und der Höhe der Bebauung ein Zusammenhang. Damit auch die Menschen im Erdgeschoss ab- und zu Sonne bekommen, hatte man zur Gründerzeit die Breite einer Strasse der Höhe der Bebauung gleichgesetzt.

Die BauNVO berücksichtigt Strassen, indem sie von der Gesamtfläche abgezogen werden. Im Allgemeinen ist das verständlich, sieht man sich ein Grundstück genauer an, dann liegt die Strasse ohnehin ausserhalb.

Auf dem Gasag-Areal liegt sie aber innerhalb, weil es ein Vielfaches eines Grundstückes beinhaltet.

Die Festsetzung erfolgte für das Gasag-Areal, ohne Beachtung eines notwendigen Verkehrsraumes, für die gesamte Fläche, die mit GFZ 3, drei Etagen bebaut werden darf.

Nimmt man die notwendigen Strassen mit ihren nicht begrenzten Höhen, gewisser Maßen als ein Stück und taucht es in die Dreigeschossige Baumasse ein, dann verdrängt es sie und es steigen die Geschosse wie der Wasserpegel einer Badewanne in die man sich hineinlegt , auf 6 an, gleichbedeutend mit GFZ 6.

Mit den erforderlichen Strassen liegt die Baumasse nun bei GFZ 6, oder 6 Etagen die bebaut werden können ! ?

Als Folge der Hinterziehung der notwendigen Verkehrsfläche steigt die GFZ auf 6 an, ein Umstand der nichts mit der Umwidmung zum Kerngebiet zu tun hat, aber, wie geschehen, sich dahinter gut verstecken lässt.

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Planreife

Der Korruptionsverdacht, stand zwar immer im Raum, jedoch ohne Bestandteil der Betrachtung gewesen zu sein. Nun Hingenen, die Details wurden freigelegt, drängt er sich regelrecht auf.

Zunächst einmal wegen des Status Quo, der es den Anwohnern untersagt Einspruch gegen den B-Plan 7-29 zu erheben, weil er noch nicht festgesetzt ist.

Obwohl die Planung des B-Plans 7-29 weder vollständig noch schlüssig ist, wurde eine Planreife beschlossen, die wegen der nicht eingetragenen notwendigen Verkehrsräume, die Bedingungen der Erschliessung der beantragten Baufelder nicht erfüllt.

Ein Paradoxon, denn der Bauherr alias Euref verzichtet keines Wegs auf Verkehrsräume, wie seinem Projektes Lageplan zu entnehmen ist, vielmehr will er mit der Hinterziehung der notwendigen Verkehrsräume, sie als Bauraum nutzen, indem die Bezugsfläche der GFZ, die Geschossfläche verdoppelt.

Allerdings wird der Umstand übersehen, der sich aus der Darstellung des B-Plans 7-29 ergibt, wenn nämlich keine Verkehrsräume eingetragen sind, dürfen auch keine gebaut werden !

Daran ändert das als Fälschung vorgelegte Verkehrsgutachten nichts, dass von der Senatsverwaltung zwar anerkannt wurde, jedoch sich auf die PlanstrasseA bezieht und Knotenpunkte weit ab der beantragten Baumassnahmen betrachtet.

Ein Einspruchrecht gegen die beantragten Baumassnahmen hat Jedermann nicht.

Als Folge des korrumpierten Amtes des Baustadtrates, wird dem Bürger mit Winkelzügen, die Ausübung seiner Rechte untersagt !

Die Aufhebung demokratischer Bürgerrechte !

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