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Erschließungs – „Placebo“

Posted in "Placebo", Ergänzungs-Verkehrsgutachten, Erschließungs – "Placebo", Gutachten by ARCHITEKT Dipl.-Ing. Knut G Jeckstadt on 21. April 2011


Mit dem „Placebo“ „Ergänzungs-Verkehrsgutachten“ wird ein vorgezogenes Baubegehren des Bauherrn entsprochen !

Da der B-Plan 7-29 noch nicht festgesetzt worden ist, räumt der BauGB § 33 Abs. 1, die Möglichkeit der Vorziehung von Bautätigkeiten ein. Allerdings mit Auflagen, ua. „das die Erschliessung gesichert ist“.

Das Gasag-Areal als Kernbereich des B-Plans 7-29 wurde vom Bauherrn und Baustadtrat lediglich mit Skizzen und Baumassen-Daten der Baufelder, des Bestandes und einer auf zwei Ebenen liegenden Tiefgarage dargestellt.

Eine orientierungslose Darstellung, in der Verkehrsflächen mit einer städtischen Struktur nicht eingetragen sind !

Gleichwohl ist weder durch Verkehrsflächen ein „städtisches Kerngebiet“ angezeigt oder erkennbar, noch ein Nutzungs-Ablauf und damit kein Sinn der baulichen Anlage aus Baufelder, Tiefgarage und der Bestandsgebäude nachvollziehbar !

Ohne Ordnungs-Schemata von Infrastruktur-Einrichtungen können Systeme nicht funktionieren !

Dabei stellt das Regenwasser eine besondere Herausforderung dar, denn es darf nicht in die öffentliche Kanalisation abgeleitet werden !

Darauf legen die Planverfasser auch keinen Wert, schließlich geht es ihnen um die „Doppel-Belegung“ von Flächen des Gasag-Areals,  Verkehrs-, Grün– und Baufläche von 170 %.

Mit Verkehrsflächen ist das nicht möglich, ohne jedoch, scheinbar ausreichend um Baugenehmigungen für einzelne Baufelder, mit Rückendeckung der Senats-Bestätigung einer Placebo-Wirkung des Ergänzungs-Verkehrsgutachtens, mit der immunisierten, „getürkten Planreife“ „erwirken“ zu können !

Erstaunlicher Weise war zur Besprechung des „Gutachtens“ kein Vertreter des Bezirksamtes eingeladen !

Ein Gutachten das den Anschein erwecken soll, für die in den Bauanträgen bezeichneten Baufelder aufgestellt worden zu sein, obwohl sie darin gar nicht vorkommen !

 


Gutachten – Begrifflichkeiten

Ein Gutachten, die Güte betrachtend, kann nur auf, an oder in einer bestehenden Sache erfolgen. Die Sache muss zunächst analysiert werden, um das Ergebnis mit ihren Anforderungen ins Verhältnis setzen zu können.

So ist ein Verkehrsgutachten das Ergebnis einer bestehenden Verkehrssituation, zudem als Neutral zu bezeichnen.

Vorhersage

Ein „Verkehrsgutachten“, das einen zukünftigen Zustand beschreibt, ist eine „Vorhersage“, in der das analytisch erarbeitete Ergebnis des bestehenden Verkehrs mit den Anforderungen eines betrieblichen Ablaufs, durch eine Planung erfasst, in Einklang gebracht wurde.



Infrastruktur Verkehr wird durch Logistik sichtbar !

Verkehrsraum, Verkehrsteilnehmer, Verkehrsmittel und die Zeit

Ein Verkehrsgutachten ist, bezogen auf die Parameter Verkehrsraum, Verkehrsteilnehmer, Verkehrsmittel und Zeit, das Betrachten der Abläufe der Infrastruktureinheit Strasse, jedoch wird erst durch die angewandte Logistik ein Bild mit der Abbildung Verkehr sichtbar. ZB. als Kurve über die Zeit je für alle Teilnehmer und Bewegungsmitteln. An den höchsten Stellen wird der Verkehrsraum beschrieben.

Nimmt man die vor Orte vorgeschriebene Höchst-Geschwindigkeit von 10 km/h, dann können, die Engstelle 100 Fahrzeuge (Fahrzeuglänge + Abstand = 10m) pro 6 Minuten und Spur, ohne Stau passieren. Mit einem Gegenverkehr von ebenfalls 100 Fahrzeugen würde eine Stau-Dauer von 12 Minuten je Spur erzeugt werden.

Zitat Begründung :  „Für die Torgauer Straße wird nach Realisierung der Planstraße A nur noch eine Kfz-Belastung von 1.100 Kfz/24h prognostiziert. Die Torgauer Straße kann als untergeordnete Zufahrt (nur rechts rein und rechts raus) bestehen bleiben. Dabei wäre auch die Verkehrsführung als vom Gebiet abführende Einbahnstraße mit der Zulassung von Fahrradverkehr in der Gegenrichtung möglich.“

In Zeiten der GASAG kam es immer zu Staus, nun wird ein ungleich Grösserer,  mehrfacher täglicher Stau geplant !
Um eine realisierte Planung betrachten zu können, ist ein betrieblicher Ablaufplan, als Betriebsbeschreibung erforderlich, um logistische Parameter und Daten als Annahmen, mit den Gegebenheiten in Einklang bringen zu können.

Der Vorgang „Planreife“ lässt die Tatsache der besonderen Situation als Baustelle, ebenso wie den vorhandenen Verkehr des Gasag-Areals vollkommen ausser acht. Gerade der Baustellenzustand erfordert eine eigene Freiheit und lässt sich mit dem öffentlichen Verkehr nicht verbinden. Das bedeutet, das für viele Tage der Bereich für den öffentlichen Verkehr gesperrt sein wird.

Betrachtet man zB. das südliche Ende der TorgauerStrasse, dann fällt der Verkehrsraum sofort ins Auge. Es handelt sich um einen Weg, der im Zuge des Bahnanlagenbaus, noch bevor die Wohnbebauung der Insel existierte, angelegt wurde, also vor rund 160 Jahren. Im Zuge der Wohnbebauung legte man eine Strassenbegrenzungslinie 1902 fest um den geänderten Anforderungen gerecht zu werden. Auch nach einer Flurbereinigung wurde die Reststrasse nicht ausgebaut, es bestand Bestandsschutz. Nach der bestehenden Plan-7-29 Planung soll die Strassenbegrenzungslinie ohne Begründung und ohne einem nach dem BerlStrG §3 vorgeschriebenen Verfahren, aufgehoben werden.

Die Flurstücke des Strassenlands sind längst im Eigentum des Landes Berlin und so läge der erste Schritt, die Strasse auf ihr geplantes Mass zu bringen, auf der Hand, um überhaupt von einen Verkehrsraum sprechen zu können. – nur dann, gäbe es Platz für Fussgänger und eine Spur in beiden Richtungen für Fahrzeuge und erst dann, könnte die Verkehrsdichte betrachtet werden !

Der gegenwärtige Zustand, hätte bei einer weiteren Belastung durch die Erteilung der Baugenehmigung, die Folgen das Fussgänger erheblich gefährdet wären und sich die Fahrzeuge stauen würden, da an der Engstelle nur ein Fahrzeug passieren kann !


Zitat Planreife Nr. 4 3. Abs.: „Die mit dem vorliegend geplanten Bauvorhaben – Haus 7 – erreichte Bruttogeschossfläche umfasst lediglich 14.718,61 m² ! Die Einhaltung der gutachterlich nachgewiesenen Leistungsfähigkeit der Torgauer Straße erfordert bei weiteren Bauvorhaben jeweils eine erneute Einzelprüfung.“


Soll und Haben

In einem mit Lücken behafteten urbanen Stadtteil, haben Architekten und Stadtplaner die Aufgabe dem Bürger Entwürfe aufzuzeigen, die in allen Bereichen Vorteile für die Zukunft beinhalten. Hierfür ist Weitsicht erforderlich, so manche „Brache“  birgt Zukunftsvisionen, deren Inhalte sich bereits abzeichnen.

Dabei müssen sie sich an geltendes Recht halten.

Indem Vorgang wird Recht gebrochen oder nicht beachtet, wodurch sich, in unterschiedlichen Richtungen, kausale Folgen ergeben.

So wird aus einem scheinbar harmlosen Vertrag, dem Kosten-Übernahme-Vertrag eine Kette von direkten Folgen ausgelöst :

1. Grundgesetzverstoss,

2. Privatisierung des Planungshoheitsrechtes,

3. Haftung für Planungsschäden bleiben beim Land Berlin,

4. Deckung eines strafrechtlich relevanten Interessenskonfliktes,

5. De facto Anerkennung der 10 Bedingungen des Bauherrn.

Indirekte Folgen sind :

1. Öffentliche Beteiligung als Scheinverfahren, Verstoss gegen das BauGB $3,

2. Eine Absicht als Aufstellungbeschluss ohne rechtsverbindliche Darstellung,

3. Unterlassene Bekanntgabe zur Verfahrenseröffnung des B-Plans 7-29, es wurden zwei unterschiedliche Versionen zur Begründung in Umlauf gebracht,

4. BauGB-Verstoss Begründung – Lage und Funktion im Stadtgebiet, zwar als Überschrift im Inhaltsverzeichnis, jedoch kein Text,

5. BauNVO-Verstoss aus GFZGRZ – Baudichte entspricht nicht der Verordnung.

6. BauO Bln-Verstoss aus Abstandsflächen, nicht nach der Verordnung berechnet,

7. AEG-Verstoss – Tunnel, Planfeststellungsbeschluss fehlt,

8. BerlStrG Planfeststellungsbeschluss für PlanstrasseA fehlt,

9. BerlStrG Planfeststellungsbeschluss für Änderungen der Torgauer Strasse fehlt

10. AEG-Verstoss – Hotel Planfeststellungsbeschluss fehlt,

11. BauNVO + BauGB-Verstoss – GRZ-Überschreitung, 75 % Stellplätze – 75 % Tiefgarage fehlen

12. BauGB – Rechtswidrige Darstellung des B-Plans

13. BauGB – Illegale Bauliche Aktivitäten Nordspitze

14. Schweitzer Käse Taktik Büro zur Tiefgarage




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