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Archiv / Überhäufung

Posted in Archiv / Überhäufung by ARCHITEKT Dipl.-Ing. Knut G Jeckstadt on 19. April 2010

Wird die Überhäufung nach seinem Inhalt mit seiner Zugehörigkeit sortiert, dann werden Urbane Einrichtungen sichtbar, die unterschiedlichen Kriterien zuzuordnen sind.

Mit der ursprünglichen Begründung des Aufstellungsbeschlusses der „Absicht“, ist zwar der „Komplex“ gemeint, jedoch nicht die Urbanen Bereiche : „PlanstrasseA mit Folgen“, das „Hotel auf der S-Brücke“, Die „TorgauerRestStrasse“ und der „Parkerweiterung mit dem Gasag-Geschenk“.

Nimmt man diese, nicht begründeten Urbanen Bereiche heraus, ergibt sich eine Übersicht und ein Verständnis.

Werden aus dem B-Plan 7-29 fünf B-Pläne zugeschnitten, dann ergeben sich wichtige Fragestellungen deren Beantwortungen, die Begründung der Unterteilten gleichkommt. Warum eine Planstrasse ?, warum die Abtrennung der Reststrasse ?, warum ein Hotel auf der Brücke ? Und wie kommt man auf die Grösse der Parkerweiterung ?.

Das GASAG – Areal

Überhäufung

Verschnürte Probleme -Städtebauliche Misere

Das GASAG-Areal beinhaltet für sich genommen eine Vielzahl unterschiedlicher Problembereiche die zudem von unterschiedlich rechtlich zu bewerteten Flächen überlagert werden.

Zu den Grenzen des Areals werden weitere, ausserhalb liegende Flächen eingefügt, die die Problematik vergrössert um dann Bebauungsplan genannt zu werden.

Damit Die GASAG, der Senat und schliesslich das Bezirksamt sich ihrer Verantwortung entledigen können, geben die politisch Verantwortlichen dem Bauherrn-Projekt ihre Zustimmung und billigen eine asoziale und rechtswidrige Freizügigkeit.

Dem Stadtplanungsamt wurde ein Sammelsurium-B-Plan7-29 übereignet, in dem unterschiedliche Flächen zusammengefasst worden sind, die rechtlich unterschiedlich betrachtet werden müssen.

Rechtlich unterschiedliche Flächen:

I. Öffentliche Verkehrsflächen, und zukünftige öffentliche Verkehrsflächen,

II. Private Grundstücke mit mindestens acht Eigentümern, verbunden mit Sondernutzungssicherungen, Öffentlichem Strassenland.

III. Eine unter Denkmalschutz stehende bauliche Anlage,

IV. Eine in Vorbereitung stehende öffentliche Grünanlage mit widersprüchlicher Grösse und Grenze,

V. Eine Grenzfläche, in Form der Stützwand an der Torgauer Straße, bis zum Brückenbauwerk der S-Bahn, die eine Doppelnutzung erfahren soll.

VI. Ein neues Kreuzungsbauwerk: Schiene / Strasse.

VII. Die TorgauerStrasse als PrivatStrasse.

Der B-Plan beinhaltet zudem unterschiedliche Problembereiche, die nicht an den vorgenannten Flächen gebunden sind, jedoch ebenfalls im Vorfeld geklärt werden müssten.

Problembereiche

A. Feststellung der Ausbreitung, des Grades und Sanierung des kontaminierten Bodens.

B. Umgang mit der unter Denkmalschutz stehenden baulichen Anlage.

C. Kataster Erfassung der öffentlichen Grünanlage, die als Schenkung der GASAG gilt, mit einer Grösse von 10.500 qm.

D. Die Torgauer Straße muss zwar saniert werden, hat aber mit dem Planungsgebiet nichts zu tun und muss aus dem B-Plan herausgenommen werden.

E. Die Neue Zufahrt als Planstrasse A bezeichnet, muss vollkommen neu angelegt werden wobei Grundstücke und öffentliches Strassenland verändert und in das Bahnnetz eingegriffen wird.

Von der städtebaulichen zur Bebauungsplan – Misere

Das Baugesetz ist auf parzellierte Areale zugeschnitten und versteht das Grundstück als ein Stück, an einer öffentlichen Strasse und iA an Versorgungsleitungen angeschlossenes Bauland.

Das Planungsgebiet ist in dem Sinne kein Grundstück sondern ein Areal ohne Strassen als Anschluss der Parzellen, im vorliegenden Fall Baufelder genannt.

Das nicht beachten dieses Umstandes hat für die Grenzwerte der Baudichte erhebliche Folgen. Die Grenzwerte für ein Kerngebiet liegen für die GFZ bei 3 und der GRZ bei 0,8. Wie gesagt Grenzwerte, die bedeuten, das eine höhere Anwendung zu Ausfällen führt. Bei der im Vergleich zur Insel ermittelten GFZ 7 kollabieren die Systeme.


Aus dem Beispiel der „Grössenordnung“ geht hervor, das im Planungsgebiet im Verhältnis zur Insel nur ein zehntel der vergleichbaren Erschliessungsfläche zur Verfügung steht.

Damit wurde bereits das System Erschliessung derartig reduzier, das es im Gebrauchszustand permanent verstopft sein wird.

4.3 Gegenstand der Planung – Das GASAG – Areal

Das Areal wurde vom Acker direkt zum Gaswerk, wie die Protagonisten schrieben ist es ein Arbeitsgebiet, eine Fabrik. Nur es wurden keine Schlüsse daraus gezogen, denn wie zur Zeit der Entstehung machte sich Hobrecht daran, das ausserhalb von Berlin liegende Gebiet zu einer Stadt werden zu lassen, er legte Plätze und Strassen an, dann wurden die dazwischenliegenden Areale Parzelliert, jede wiederum an einer Strasse gelegen.

In den Darstellungen des Bauherrn sind in dem Planungsgebiet gar keine Strassen zu sehen, es gibt sie auch nicht. Der Bebauungsplan, zeigt ebenfalls keine Strassen, dafür sg. Baufelder, Parzellen. Nur, sie sind nicht Erschlossen.

Wie die Erschliessung erfolgen soll wird nicht gesagt oder besser geschrieben, eben auch nicht dargestellt, und so kann sich der Betrachter, jeder für sich etwas ausdenken.

Damit Besteht ein wesentlicher Mangel, ja, eine Konfusion. Man zeigt sich ja im einvernehmen mit dem BauGB zu sein, das über die BauNVO den Nachweis fordert, für den Fall Kerngebiet eine GFZ von 3 und eine GRZ von 0,8 nicht zu übersteigen.

Ein Dilemma, wurde doch gerade in der textlichen Feststellung der entsprechende Paragraph des BauGB ausser Kraft gesetzt, der die Art und das Mass der baulichen Nutzung bestimmt.

Die Protagonisten übergehen den Punkt, indem sie behaupten die GFZ sei 3 und die GRZ 0,8.

Eine Berechnung wird nicht vorgelegt, wohl wissend, das auch falsche Angaben nach der Verjährungsfrist von 2 Jahren, zum Gesetz führen.

Eine Berechnung braucht eine Strasse, eine Fläche die als Erschliessung von der Gesamtfläche abgezogen werden muss.

Die Protagonisten haben nichts abzuziehen und nehmen die Brutto- als Nettofläche an, auch bereits durch Denkmäler besetzte Flächen werden nicht abgezogen.

Der zu erbringende Nachweis für das Planungsgebiet fehlt und so gibt es weder eine GFZ noch eine GRZ, die per Definition der BauNVO entsprechen, sie muss nachvollziehbar und nicht als Behauptung dargestellt werden.


Kontrollierte- und unkontrollierte Folgen, der Abschnitt gehört in die Begründung zum B-Plan 7-29, entsprechend des § 2a indem Ziele, Zwecke und Auswirkungen, darzulegen sind.

Auswirkungen:

Der Vorteil ist die Kehrseite des Nachteils. Das wissen Fussballfans all zugut aber es ist ein Spiel mit ausgeglichenem Spieleranteil.

In der Wirklichkeit ist der Anteil immer: „Viele für Wenige“, tragen immer Viele die Vorteile Einzelner, so auch hier: 8.000 Anwohner müssen mit Nachteilen bezahlen, damit Eineinziger einen Vorteil einstecken kann.

Es ist die Aufgabe der Architektur unkontrollierte Folgen zu verhindern oder aber vorauszusagen. Oder anders gesagt: „Architektur bestimmt die Funktionsabläufe einer baulichen Anlage.“

In dem vorliegenden Fall liegen alle nur erdenklichen urbanen Situationen begraben. Ja begraben, denn sie sollen nicht freigelegt werden, statt dessen werden sie weiter verschüttet um sie zu verstecken. Ans Licht kommen sie früher oder später sowieso.



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