Erdoelzeitalter (home)

Recht – KerngebietsAnmaßung

Posted in Kerngebiets-Anmaßung by ARCHITEKT Dipl.-Ing. Knut G Jeckstadt on 17. April 2010

Privates Projekt des Bauherrn  –  Umwandlung zu einem öffentlich rechtlichen B-Plan 7-29 in 3 Schritten I. Inhalt : Verträge  –  II. Bauleitplanung : Kerngebietsanmaßung III. Darstellung : Darstellungskunst

Kerngebietsanmaßung – Begründungskette

Um die Umwandlung des Projektes des Bauherrn vornehmen zu können, ist das Etikett mit der Aussage „Bauleitplanung“ erforderlich, als schlichte Kerngebiets-Anmaßung, die die städtebauliche Gestaltung den privaten Interessen anpasst, um mit der Umwidmung von Wohn- in Mischgebiet,  der Umnutzung der Linse und einem Naturpark, als B-Plan-Ausgleich, und die Aufhebung der Strassenbegrenzung mit der ominösen Begründung „entspricht nicht den aktuellen Planungszielen„, im Nachhinein verändert und als Gesamtwerk, mit Annahme des nicht festgesetzten B-Plans 7-29 und des B-Plans-xi-231-b (Naturpark) als „Real“, in Anlehnung der Vorversion als Broschüre Veröffentlicht.

Der B-Plan 7-29 wurde, mit der Kerngebietsanmaßung zu dem 1.000 Meter entfernten Südkreuz, trotz des geplanten Wohngebietes der Linse und zum Nachteil und Schaden der 25 Meter entfernten urbanen, dem Wohngebiet zugeordneten Wohnbebauung, als Mach(t)werk mit Hörigkeit des Baustadtrates, als urbaner, zur Irreführung aufgestellter Mischplan mit öffentlichen und privaten baulichen Anlagen und einer nicht erforderlichen, da gleiche Kapazität wie die Torgauer, PlanstrasseA konzipiert.

.

.

.

.

.

.

.

Was ist ein Kerngebiet ?

Vorgaben : „ausser Kraft Setzung“: In den Textlichen Festsetzungen wird unter Punkt 12. bestimmt: Im Geltungsbereich des Bebauungsplans treten alle bisherigen Festsetzungen und baurechtlichen Vorschriften, die verbindliche Regelungen der in § 9 Abs. 1″Art und Mass der baulichen Nutzung“ des Baugesetzbuchs bezeichneten Art enthalten, außer Kraft.“

Eine geschickte Formulierung, denn es wird der Eindruck erweckt, als bestünde die Gültigkeit des §9 weiter, jedoch ohne jedwede Erscheinung.

Dilemma 01- ausser Kraft und Kerngebiet:

Der BauGB § 9 Abs. 1 „Inhalt des Bebauungsplans“ regelt die Anwendung der BauNVO und damit die Berechnung  von GFZ und GRZ, mit der „Ausser Kraft Setzung“ verliert sie ihre Gültigkeit und kann nicht angewendet werden. Jedoch ist für den Nachweis der Baumassen im Kerngebiet, die Berechnung der GFZ und GRZ erforderlich.

Vorgaben :  als Angaben ohne Nachweis:

Gebäude 22.700 m2 Grundflächenzahl von 0,41

Tiefgaragen 21.000 m2 Grundflächenzahl von 0,38

Grundflächenzahl von 0,8.


Tiefgaragen:

Die im Plan eingezeichnete Fläche TGa 2 umfasst 21.000 m2.

die 21.000 m2 ist eine Bruttofläche, sämtliche Wände und Stützen sowie Treppenhäuser und sonstige Bauflächen müssten mit 30 % berücksichtigt werden. Das ergibt eine Netto-Nutzfläche für Parkraum:

16.150 m2 ^650 x 2 = 1.300 PKW-Stellplätze.

Die Anzahl wurde weder erklärt noch begründet,   gleichwohl werden, wie unten beschrieben, bis zu 4.000 Stellplätze erforderlich sein.


Prüfung:

Da die GRZ und GFZ ohne eine massgebliche Erschliessungsfläche nicht berechnet werden kann und der B-Plan keine Angaben enthält, wurde analog zur „Insel“  eine Fläche angenommen und so ergibt die Berechnung folgende Werte:


 
Areal

55.205,73 m2

Erschliessungs-flächen

-23.852,43 m2

Bestand

-7.200,00 m2

Bauland

24.153,30 m2

GFZ 1                          =

24.153,30 m2

GFZ 3                          =

72.459,90 m2

GFZ  6,80                    =

164.250,00 m2

Vorgaben des B-Plans 7-29:


Angabe 7-29 I Bauland 54.750,00 m2
Geplante Bebauung GRZ 0,41 22.700,00 m2
Tiefgarage              GRZ 0,38 21.000,00 m2

Normenkontrollverfahren Hinweis zu Erschliessungsflächen und deren anrechenbarkeit


Prüfung:
Bauland

24.153,30 m2

BeBauung               GRZ 0,94

22.700,00 m2

Tiefgarage              GRZ 0,87

21.000,00 m2

GRZ ges. 1,81

Auswertung der Ergebnisse und der Berechnung:

Um exakte Werte und keine Schätzungen zu erhalten, muss eine Erschliessungsplanung, im gleichen Zusammenhang mit der Gebäudeplanung erfolgen.

zulässig GRZ 1,

die vorliegende Planung wird eine GRZ 1,8 haben.


zulässig GFZ 3, die vorliegende Planung wird eine GFZ 6,8 erreichen.

Damit ist die geplante Baumasse nicht zulässig und muss erheblich reduziert werden.


Anzahl der Stellplätze

Was in Hamburg oder Bayern richtig ist, kann in Berlin nicht falsch sein, so werden dort für Bürogebäude Stellplätze nach der Nutzfläche berechnet und fordern für 30-40 m2 einen Stellplatz, mit 20 % igen Besucheranteil.

Im Klartext: bei 120.000 m2 Nutzfläche wären 3.000 bis 4.000 Stellplätze erforderlich. davon 600 bis 800 für Besucher. Das ergäbe, nimmt man die vom Gutachter gewählten 27 m2/KFZ,  und berücksichtigt Konstruktion und Baulichkeiten von 30 % , dann sind es 140.000 m2 Bruttoparkfläche die benötigt werden.

Mit dieser Annahme würde der Ablauf sicherlich funktionieren, allein die rund 140.000 m2 Parkraum sind, wie oben gezeigt, nur durch eine Verschachtelung der Parkräume, als verteilt auf mehrere Ebenen, die in die Tiefe verlagert werden.  Gleichwohl würde das Vorhaben mit Grundwasser in Berührung kommen und erhebliche Mehrkosten verursachen.


Widersprüchliche und unterschiedliche Zahlen – Daten und Fakten

1. Im B-Plan 7-29 ist eine Fläche von 21.000 m2 als TGa 2 deklariert ausgewiesen. Die als Tiefgarage mit zwei Ebenen zu verstehen ist.

2. Die überprüfte Anzahl der Stellplätze ergibt eine Bruttofläche von 140.000 m2.

3. Die Angaben und Prüfung der Stellplätze liegt zwischen 1.200 und 4.000.

4. Nach dem B-Plan sind die Neubauflächen bezogen auf die Tiefgarage ausgespart. Aus konstruktiven Gründen muss eine gemeinsame Baugrube mit einer Höhenlage für den Ansatz der Fundamente eingerichtet werden. Das würde eine sehr grosse Höhe für die Unterkellerung ergeben, die einer Erklärung bedürfen.

5. Eine Tiefgarage kann  nur durch eine Reduzierung der geplanten Bebauung ermöglicht werden Da die GRZ  bereits erschöpft ist.

6. Eine Strasse hat einen Fahrzeugdurchlass, je Spur, der von der gefahrenen Geschwindigkeit abhängig ist.

Nimmt man eine Länge des Fahrzeuges mit 5 Meter an und einen Abstand zum Vorderen von ebenfalls 5 Meter, dann beträgt der Durchlass bei 30 km/H, 3.000 Fahrzeuge pro Stunde. Bei 10 km/H sind es 1.000 Fahrzeuge pro Stunde.

Nimmt man bei der Tiefgarage mit 1.200 Plätze eine Verweildauer von 3 Stunden am Tage an, dann gibt es einen Verkehr von 12/3*1.200/12=400 Fahrzeuge pro Stunde.

Bei der Betrachtung der Tiefgaragen – Kapazität von 3.500 Fahrzeugen, läge der Verkehr bei 12/3*3.500/12=1.200 Fahrzeugen pro Stunde.

Damit ist eine Spur ausreichend als Zufahrt zum B-Plan 7-29 Areal.




Aus Begründung:

IV. Abwägung und Begründung einzelner Festsetzungen

2. Maß der Nutzung

„2.2 Grundfläche

Die durch Baugrenzen umschlossene Fläche ist gleichzeitig die maximal zulässige Grundfläche von Hauptanlagen. Insgesamt können damit maximal 22.700 m2 durch Gebäude überbaut werden. Dieses entspricht einer Grundflächenzahl von 0,41. Durch vorgesehene Tiefgaragen kommen rd. 21.000 m2 hinzu, die unterbaut werden dürfen. Diese entspricht einer zusätzlichen (unterirdischen) Grundflächenzahl von 0,38. Insgesamt ergibt sich damit eine Grundflächenzahl von 0,8. Mit dieser wird die im Kerngebiet gemäß § 17 BauNVO zulässige Obergrenze einer vollständigen Versiegelung (GRZ 1,0) unterschritten. Auch gemäß geltendem Planungsrecht (Reines Arbeitsgebiet des Baunutzungsplans) besteht die Zulässigkeit einer hundertprozentigen Überbauung (Versiegelung).

Der Bebauungsplan schafft planungsrechtlich erst die Voraussetzungen für eine geringere Versiegelung und für die Errichtung von zwei Grünflächen auf vormals verkehrlich bzw. industriell genutzten Flächen. Die Nordspitze könnte als Teilfläche des heutigen Reinen Arbeitsgebietes gegenwärtig voll- ständig versiegelt werden.“



Kommentare deaktiviert für Recht – KerngebietsAnmaßung