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Verkehrsflächen

Posted in Erschliessung - Grundlagen, Verkehrsflächen by ARCHITEKT Dipl.-Ing. Knut G Jeckstadt on 14. April 2010

Privates Projekt des Bauherrn  –  Umwandlung zu einem öffentlich rechtlichen B-Plan 7-29 in 3 Schritten I. Inhalt : Verträge  –  II. Bauleitplanung : Kerngebietsanmaßung III. Darstellung : Darstellungskunst

Verkehrsflächen dienen der Zugänglichkeit von Räumen und Orten. Sie sind Bestandteil von Wegen Strassen und Plätzen, sie ermöglichen Nutzungen von Gebäuden, stellen eine Erreichbarkeit dar, sie bilden Infrastrukturen, sie verleihen Leben, sie sind die Adern eines Stadtteils.

Auf dem B-Plan 7-29 sind keine Verkehrsfächen  eingezeichnet !

Ein Widerspruch zwischen Nutzbarkeit und Inhalt.

Obwohl mit der PlanstrasseA eine Erforderlichkeit angezeigt aber nicht nachgewiesen wurde, wurde die Torgauer Strasse zu einer privaten Einfahrt deklariert, indem die Strassenbegrenzung aufgehoben und die darin liegenden Grundstücke dem Bauherrn vermacht wurden.

Ohne Verkehrsflächen gibt es keine Erschliessung, keine Nutzung.

Ein Widerspruch zwischen Nutzen und Schaden für den Stadtteil, für das Land Berlin !

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Logistik → Infrastruktur – Grössenordnung – Kostenschätzung

Komplexe Anlage – Erschliessung

Um eine Erschliessung bemessen zu können, ist der Bedarf zu bestimmen.

Fahrzeug- und Personenverkehr:

Der Verkehr der Planstrasse A wird mit 3.500 KFZ/24H angegeben.

Der gegenwärtige Verkehr der TorgauerStrasse wird mit 8.000 KFZ/24H angegeben.

Der zukünftige Verkehr der Zufahrt Gasag-Areal wird mit 3.500 KFZ/24H angegeben.

Die Tiefgarage wird 1.200 Stellplätze bekommen.

Beschäftigte 5.000

Studenten 500

Professoren 15

Hotel 500

Aus den Zahlen kann weder eine Begründung einer zusätzlichen „PlanstrasseA“, noch die Schliessung der TorgauerStrasse hergeleitet werden.

Stellplätze – Tiefgarage

Die angegebenen 1.200 Stellplätze lassen sich nicht nachvollziehen.

Mit einem Blick nach Bayern oder Hamburg und Einsichtnahme in fremde Stellplatzverordnungen, da es in Berlin keine gibt, kann diesen entnommen werden, das für eine 30-40 m2 Büro-Netto-Fläche, ein Stellplatz mit einem 20%igen Besucheranteil vorzuhalten ist.

Was in Bayern oder Hamburg richtig ist, kann in Berlin nicht Falsch sein.

Nach dieser Forderung hat der Bauherr lediglich 25 % erfüllt.

Das lässt vermuten, das die geplante Ausstattung der Gebäude nicht dem heutigen Standard entspricht.

Das Thema umfasst die Bereiche:

Tiefgarage,

Betriebsebene,

TorgauerStrasse,

PlanstrasseA und den

Sachsendamm.

Erschliessung ist Verkehr,

gleichzusetzen mit Zugänglichkeit, Nutzbarkeit und Erreichbarkeit, und dabei kommt es nicht auf irgendwie an, sondern auf eine geordnete Infrastruktur, also Wege, Strassen.

Damit ist die Grössenordnung der Verkehrsteilnehmer, zu benennen. Eine Unterteilung in

Betriebsverkehr, zur Versorgung und Unterhaltung der Nutzer und der Anlage so wie dem

Geschäftsverkehr, mit Besuchern, Mitarbeitern und Gesellschaften.

Üblich, aber auch angebracht ist die Zufahrtstrennung dieser Bereiche, gewisser massen einen attraktiven und einen Lieferanten Zugang. Das wird einsichtig, bei der Vorstellung, das ein Besucher einem Müllwagen hinterher fahren soll.

Komplexe Anlage – Erschliessung – TorgauerStrasse

So wird es gemacht:

1. Mit dem Naturpark, wird die Strasse für den KFZ-verkehr nicht mehr gebraucht.

2. Autoschrauber-Verkehr geht nur über die Insel.

3. Fussgänger und Radfahrer werden unausgesprochen auf den Fernwanderweg verwiesen, haben aber keine Wahl.

4. Die Strassenbegrenzung wird aufgehoben.

5. Ein Ausbau nach der vorhandenen ist – Breite reicht nicht für alle Verkehrsteilnehmer.

6. Die Torgauer RestStrasse wird privatisiert und zur Ein- und Ausfahrt des Gasag-Areals nur für KFZs genutzt.

Neue Zufahrt – Unbedachte Planstrasse A

Obwohl die Torgauer Strasse die geplanten 1.200 Parkplätze des Areals bereits jetzt in gleicher Zeit füllen kann, wird mit einerZwanghaftigkeit, die Planstrasse A für erforderlich beschworen.

Ob Fahrbahn hier oder da, sie wird nicht gebraucht die Planstrasse A.

Dafür eine Zufahrt, wie geplant direkt in die Tiefgarage als Erschliessungssystem, jedoch direkt vom Sachsendamm aus.

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Allerdings würde, die neue Zufahrt, die Gestaltung der Aussenanlage nicht so wie sie der Bauherr in erster Euphorie darlegte, erscheinen lassen, denn die Tiefgarage steht nun im Wege, gerade recht für Besucher, Angestellte, Lieferanten und Hotelbesucher, vom Sachsendamm direkt in das Erschliessungssystem der Tiefgarage einfahren zu können.

Damit kann dann die TorgauerStrasse für Fussgänger, Radfahrer und sogar als Baudenkmal erhalten bleiben.

Das sieht der Bauherr aber ganz anders:

als militärisches Sperrgebiet

Militärisches Sperrgebiet im Kerngebiet

das gibt es zwar nur im Kriegsfall, aber das Militär steht über dem Grundgesetz.

In dem B-Plan ist nur eine Zufahrt vorgesehen, obwohl das Hotel damit nicht funktioniert.

Tatsächlich ist das jedoch nur der Lieferanteneingang, während das Entree der Anlage am Sachsendamm, genau am Hotel liegen wird.

Mit dieser Konstellation wird der Fuss- und Radverkehr der Insel auf die Planstrasse A als überregionaler Naturweg deklariert, in Richtung Tempelhofer Weg abgelenkt und der Rest der TorgauerStrasse bleibt der privaten Nutzung des Bauherrn überlassen, gleich der Abkapselung eines militärischen Sperrgebietes.

Die Strassenbegrenzung von 1902, zwischen Cheruskerstrasse und Sachsendamm wird aufgehoben.

Damit verlagert sich der „Autoschrauber-Verkehr“ auf die Insel.

Wann es zur Ausführung des „Naturparks“ kommen wird ist offen, da die entsprechenden Grundstücke vom Bezirk erworben werden müssen.

30 Jahre oder nie ?


Betrug am Bürger, mit öffentlichen Eigentum

Baustadtrat Herr Bernd Krömer : „Die Festsetzungen entsprechen nicht denaktuellen Planungszielen„.

– eine Strasse kann nicht nach belieben, Lust und Laune der Politik geschlossen und geöffnet werden – !

Denn nur durch die illegale Aufhebung der Strassenbegrenzung reicht die Breite für alle Verkehrsteilnehmer nicht mehr aus.

Mit dieser künstlichen Verknappung der Fahrbahnbreite, wird aus einer Strasse eine Einfahrt, die dem Bauherrn eine alleinige Privatnutzung der Torgauer Reststrasse garantiert.

Die Anwohner werden vom öffentlichen Strassenland vertrieben wie Alkis aus einem Park, wird ihnen öffentliches Gut verwehrt.

Damit ist sie nur noch eine Ein- und Ausfahrt, ausschliesslich für den KFZ-Verkehr nutzbar.

Dabei ist die Aufhebung der Strasse schon aus technischen Gründen nicht möglich, da diverse Versorgungsleitungen in ihr verlaufen.

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Begründung:

Der Bauherr gibt zwar vor EINE neue Zufahrt haben zu wollen, es sind aber zwei die er für den Funktionsablauf benötigt, Lieferanten und Entree !

Das macht durchaus Sinn, bei der Vorstellung, ein Besucher müsste hinter einem Müllwagen herfahren.

Damit wird zwangsläufig eine Betriebsebene und eine Parkraumebene das Erschliessungssystem bestimmen.

Mit besonderem Augenmerk auf die Geländehöhen wird deutlich, das der „Lieferanteneingang“ also die Betriebsebene oben mit Zufahrt über die PlanstrasseA liegen wird, während das Entree am Sachsendamm eine Ebene tiefer und somit passgenau die Fahrzeuge der Parkraumebene aufnimmt.

Eine Tunnellösung würde dem Komplex eine gewisse Eleganz verleihen, die jedoch nicht gewollt ist. Mit Bravur sollen die Anwohner vertrieben werden.

Um seinen Grund und Boden auch bis zur Grenze baulich ausnutzen zu können, muss er den Fuss- und Radverkehr der Insel auf die PlanstrasseA vertreiben. Damit hat er eine Ausfahrt für fehlgeleitete Fahrzeuge und zwei Zufahrten und keine störenden Anwohner.

War das so gemeint Herr Baustadtrat Bernd Krömer ? :

„mit Den NEUEN Festsetzungen entsprechen sie den aktuellen Planungszielen und erbringen einen gehörigen Privatgewinn“.

Wer davon wohl profitiert ?


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