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Archiv / Bauherrenmodell

Posted in Archiv / Bauherrenmodell by ARCHITEKT Dipl.-Ing. Knut G Jeckstadt on 3. April 2010

Vom Bauherrenmodell  –  zum B-Plan 7-29

Den Kinderschuhen längst entwachsen, wurde das Abschreibungsprogramm „Bauherrenmodell“ modifiziert und durch einen Lobby-Arbeitsplan ergänzt zu einem lukrativen Spekulationsmodell im Bau- und Immobilienbereich auch in den, oder gerade in den Bezirken hervorragend anwendbar, und als BerlinModell neu beschrieben.

So beteiligen sich ohne Umschweif, Politiker an ein Projekt, betreiben in vielfältiger Art Werbung, die nicht Vertrauen schaffen soll, vielmehr die Ankündigung beinhaltet, auch mit Willkür dem Projekt, als eine hochspekulative Geldanlage, Leben einzuhauchen.

Dabei werden sie nicht müde bei ihren Wiederholungen von Selbstverständlichkeiten: „Die Vertragsparteien sind sich bewusst, das die Planungshoheit beim Amt verbleibt.“

Mit der viermaligen Niederschrift in einem notariellen städtebaulichen Vertrag, überführen sie sich selbst der Lüge.

Sie, WISSEN was für den Bürger GUT ist, fordern mehr demokratische Bürgerbeteiligung, um sie gleichfalls als Akt des Widerhandeln`s, ohne Widerspruch in den Papierkorb zu schieben.

Hier wird ein „Projekt entwickelt“, das zukunftsträchtig sein soll. Die treibende Kraft für das Projekt, besteht allein in der Vorstellung viel Geld „verdienen“ zu können.

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Das „Konzept“ nennt sich Euref, was soviel heisst wie „europäisches Energieforum“ indem, wie der Baustadtrat Schönebergs Bernd Krömer schreibt:

…erstmalig die drei wichtigsten Hauptakteure der globalen Herausforderung ENERGIE Wissenschaft, Politik und Wirtschaft an einem Standort arbeiten.„ werden.

Keines Falls, denn diese Drei arbeiten bereits seit der Kaiserzeit eng zusammen, auch im Kriegsfall.

Das klingt fantastisch als Aufzählung, als „Konzept“ ist es dürftig, aber dient allemal dazu, Laien etwas vorzuspielen, was gar nicht durchdacht, dafür mit vielversprechenden Marketing-Floskeln, bedacht wurde.

So ist das Herzstück, eine „private Energie-Uni“ bereits entfernt worden- bevor es zu schlagen beginnen konnte. Ein Meilenstein der Unbedachtheit der „Ungereimtheiten“.

Um das „Konzept“ glaubhaft erscheinen zulassen, sind Helfer in der politischen Landschaft erforderlich, die, dank Filz überall zu haben sind, und auf Kopfnicken, durchwinken können.

Bei der Gewinnerwartung sind entsprechende Trinkgelderwartungen einkalkuliert. Hier geht es nicht um einen Gefallen, hier geht es um sehr viel Geld.

Bauherrenmodell

Plan B

Ein Teil des Areals, (siehe städtebaulicher Vertrag) der Rest ist in Fremdbesitz, wurde für einen verschwindend geringen Preis erworben, weil eine Bodensanierung durchzuführen ist. So wie die Sanierung an der Nordspitze allerdings vorgenommen wurde, ein Meter Bodenaustausch bei gleichzeitiger Zerstörung des Grünbestandes, war die Ausführung sicherlich kostengünstig, aber wurde nicht fachgerecht ausgeführt.

Das Areal besitzt grosse, zur Vermietung geeignete Gebäude- und Freiflächen, die eine Pacht erzielt, die zur Deckung aller Kosten einschliesslich die des Grunderwerbs ausreicht. Durch weitere Arrangements konnten die Einnahmen aus Vermietung gesteigert werden.

Damit hat der Bauherr eine Situation geschaffen, die für ihn ohne Zeitdruck eine Behaglichkeit ergibt. Mit anderen Worten er muss nicht bauen, es geht auch so.

Plan A

Plan A besteht in der Veräusserung der geplanten Gebäude, zur Hälfte des Areals mit Bürogebäuden bebaut, den sg. Firmenrepräsentanzen, sie werden für den doppelten Herstellungspreis verkauft.

Bei Eigentumswohnungen fallen weitaus höhere Gewinnen ab. Mit dem Erlös kann er die andere Hälfte, bestehend aus Einrichtungen des Dienstleistungsgewerbes, in Firmen umgewandelt, finanzieren.

Die Firmen, versehen mit Mantel Namen und Einführung wird er mit Kusshand los und hat unterm Strich mindestens 600 Millionen € Gewinn. Wie gesagt, sein Vorteil ist: er muss nicht bauen, er kann warten.

Die Strategie des Bauherrenmodell

Das Modell ist in drei Bereiche unterteilt:

Plan B: Als „Normalfall“ zu betrachten, das Areal mit seiner Bebauung durch Vermietung zu nutzen.

Plan A: Als „Spekulationsfall – Spek“ zu betrachten, das die Bebauung mit „Firmenrepräsentanzen – Spek 1“ und „Einrichtungen – Spek 2“ vorsieht.

Zur „Aussendarstellung“ ist die „Euref“ angesetzt, um ein Bild in die Öffentlichkeit zu tragen, das Seriosität ausstrahlt. Ein schwieriges Unterfangen, da man sich in seiner Zielsetzung nicht festlegen will. So muss, auf alle Fälle ein „Vorhaben bezogener Bebauungsplan“ verhindern werden, da man ein, von der „Vorgabe“ abweichendes Ziel verfolgt. Man hat die UNI nur als Vehikel gebraucht, an die Umsetzung war man nicht interessiert.

Ohne UNI ist man wesentlich freier in der Themenwahl, Energie passt in die Zeit, sie  brauchte man nur zu ihrer Glaubhaftmachung. Nicht anders die rosig beschriebene „Dreifaltigkeit“ ist die Politik sang und klanglos verschwunden. Als Mieter ? Wenn das jemand sponsert, ja.

Damit wird der Anspruch runtergefahren, jedoch mit dem geplanten „Geschützten Bereich“ verbleibt eine gewisse Exklusivität, die mit der eigenen Autobahnzufahrt unterstrichen wird.

Die „Einrichtungen“ sind allgemeiner Art und auch nicht am Thema „Energie“ gebunden. Damit ist jede, vom Bauherren aufgezählte letztlich ein Dienstleistungsunternehmen, das mit eigenen Möglichkeiten aufgebaut wird um eine gewisse „Attraktivität“, für den späteren Verkauf zu erlangen.


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