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Archiv / Kritik und Kommentar

Posted in Archiv / Kritik und Kommentar by ARCHITEKT Dipl.-Ing. Knut G Jeckstadt on 1. April 2010

Gier und Dummheit :

In den Gewässern im Grossraum Berlins leben Hechte, die alles was ihnen entgegen kommt fressen, oder besser verschlingen. Leider nicht immer zu ihrem Vorteil, denn wenn das erspähte Subjekt, nur ein wenig kleiner ist, kann es nicht verschluckt werden und sie ersticken, ebenso wie das Geschluckte.

Architekturkritik :

Verhindernde Polarisierung

Es stehen sich zwei entwurfsbestimmende Komponenten gegenüber, die Enge der gewünschten Baumasse und die Abgeschlossenheit des Areals.

Logistik – Begriff → Systeme – Flächen – Menschen – Zahlen-Daten-Fakten :

Funktionen bedürfen in ihrem Ablauf fünf Parameter die Logistik genannt werden : den Einheiten – Eingabe-Ausgabe, die Zeit, den Ort, dem Medium und die Fracht.

Die Erschliessung, also der Ort, wurde bei diesem geplanten Komplex ausser acht gelassen, Benötigt jedoch 40 % der Gesamtfläche und muss mit den Einheiten verbunden sein.

Art und das Maß der baulichen Nutzung – Tiefgarage :

Nach Stellplatzverordnungen anderer Bundesländer (Hamburg und Bayern) werden pro 35 m2 im Mittel Nettofläche 1 Stellplatz verlangt, mit einem 20%igen Besucheranteil. Auf seine Fläche bezogen sind es 4.300 Stellplätze die vorzuhalten sind.

Entwurf und Konstruktion – Betrug-Tiefgarage :

Entwurf und Konstruktion

So mancher Entwurf erscheint nur so hingehaucht zu sein, mit Nichten. Den Strich führt stets eine sichere Hand mit Wissen um jeden Strich, der markant, mit konstruktiver Sicherheit Teil einer zukünftigen Silhouette werden soll.


Zusammenbruch der Systeme

Eine Stadt kann man sich als Konglomerat von Systemen vorstellen. Die einzelnen Systeme stellen Funktionseinheiten dar, die das Leben bestimmen. Systeme sind für eine bestimmte Grössenordnung ausgelegt, sodass ein Anstieg der Nutzung zu einer Störung führen würde. Das ist am ehesten zu erkennen, wenn man in der Spitzenzeit eine Strasse oder Autobahn beobachtet, da kommt es zu Staus.

Jedes System hat ein Einzugsgebiet, ein Areal, dessen Nutzer von genau diesem Eingang zum System abhängig sind. Man kann sich das mit einer Steckdose vorstellen, an der jede Menge Steckdosenleisten eingesteckt sind, die Sicherung wird ausgelöst, als Zeichen der Überlastung.

Die Durchflussmenge ist immer abhängig vom Druck und vom Durchmesser. Folglich ist durch den Platzbedarf gleichzeitig seine Grenze beschrieben, die im B-Plan 7-29 mit der Erschliessung völlig ausser Acht gelassen wurde.

Würde man nun ein Areal mit Nutzern überhäufen, kommt es zu Störungen bis zum Ausfall eines oder mehrerer Systeme.

Um störungsfrei die Systeme nutzen zu können, muss die Nutzeranzahl sich in das Gefüge einpassen.

Mit der ausser Kraftsetzung des BauGB § 9 Art und Mass der baulichen Nutzung, des „Masses“ GRZ und GFZ, Wird der Planung nicht nur eine Beliebigkeit verschafft, nein, vielmehr wird ihr der Schutz entzogen, indem die Höchstmenge um mehr als hundert Prozent überschritten wird. So werden alle Systeme überbeansprucht und die erhofften Funktionen werden ihres Sinnes beraubt. Wieso ?  siehe Stau oder, sieh dir mal ein Blatt an.


Wer von der Allgemeinheit mehr fordert als zum Leben nötig ist, verhält sich Asozial.

Die Forderung des Bauherrn richtet sich an die Systeme, die er und nur er für sich in Anspruch nehmen will. Damit wäre ein Zusammenbruch der Systeme, durch aktive Unterstützung von einzelnen Politikern,  vorprogrammiert.


Was sind Systeme, was ist damit gemeint ?

Zunächst sind es alle natürlichen Ressourcen. Wasser, Luft, Sonne, Ruhe, Sicht, Gerüche.

Hinzu kommen Ressourcen der Grünflächen, Grünanlagen, Wildwuchs, Biotope die der Mensch eingerichtet hat oder auf natürlichen Wegen frei entstanden sind.

Zu einem gesunden Leben gehören gesunde und nicht manipulierte Ressourcen. In der gebauten Umwelt Stadt, wurde der „offen sichtliche, offen sichtbare Stadtraum“ zur kommerziellen Nutzung schon lange ausgebeutet. Ein Umstand der ein gesundes Leben einschränkt und von den Menschen nicht erwünscht ist.

Es fehlen noch Infrastruktureinrichtungen im weitesten Sinne. ÖNV, Strassen, Versorgungsleitungen, etc..

Es gibt noch etliche.




2.1.2.2. Anmerkung Gastronomie

Bei einer Beschäftigtenzahl von 5.000 ist es allgemein üblich eine Kantine bereit zu stellen. Das ist zwar eine soziale aber sehr nützliche Einrichtung. Damit werden die Leute an das Haus gebunden, schwirren nicht in der Gegend umher und sind pünktlich zurück an ihrem Arbeitsplatz.

Zudem muss es eine Gastronomie mit hohem Niveau sein, denn Konferenz- und Kongressteilnehmer müssen und wollen versorgt werden.

Um die Leute in kürzester Zeit Abspeisen zu können, ist eine Grossküche erforderlich, deren Kapazität mindestens 3.000 Essen pro Stunde bereitstellen kann.

Der im Lageplan kenntlich gemachte Gastronomie Standort im Haus 12 würde zwar für eine Grossküche genügend Platz bieten, nicht jedoch auch für eine Kantine ausreichend sein.

Allerdings würde der Platz ausreichend sein um etwa ein kurzweiliges Bistro oder eine Cafeteria dort unterbringen zu können.

Zudem müsste es ein zentraler und besonderer Ort sein, der die Kantine aufnehmen kann und den bietet nur der Gaskessel.


3.1. Verfahren / Stadtplanungsamt Schöneberg

Das Amt trägt zwar die Verantwortung und verwaltet FremdPläne, wurde aber von seiner Funktion entbunden.

Das klingt wie Berufsverbot, ist es auch denn ohne Personal ist ein Amt handlungsunfähig.

Hier schlägt zu Buche, was in der Bundespolitik beschlossen wurde: Bürokratieabbau.

Wenn nun aus Geldmangel das Amt derart reduziert wird, das es handlungsunfähig ist und statt ihrer zur Ausführung Dienstleistungsunternehmen eingesetzt werden, bleibt es weiterhin in der Verantwortung.

Aber wer trägt sie ?  Es entsteht eine Verantwortungslücke, die gleichzeitig eine Lücke in die demokratische Grundordnung verursacht, der Anarchie entspricht, einer Gesetzlosigkeit, ohne Personal das sie kontrolliert. Es wird zwar verkündet, das Amt kontrollierte die Ergebnisse der eingesetzten Dienstleister, ist aber personell gar nicht dazu in der Lage.

So nutzt man den kurzen Weg, statt der vertraglich vereinbarten Kostenübernahme, beauftragt der Bauherr gleich selbst (siehe Verträge) und überreicht dann nur noch die Pläne und Gutachten dem Amt.

Das Fehlen jeglicher Kontrolle durchzieht das gesamte B-Plan-7-29-Verfahren (siehe Ungereimtheiten):

Aufstellungsbeschluss – ohne Kontrolle, Verträge – ohne Kontrolle, Nachhalten des Vorgangs insgesamt – ohne Kontrolle, Leistungen der fremden Dienstleister – ohne Kontrolle, etc..

Der Bauherr indes, betreibt eine „kurzsichtige Schmalspur Planung“ um Kosten zu sparen.


4.3.3. / Planstrasse A


Die geplante Strasse oberirdisch anzulegen führt zu unzähligen Komplikationen.

Bei der Anordnung eines Tunnels hingegen würden alle Probleme abfallen und schon vom Ansatz her, über die Ausführung und während der Nutzung würden Probleme wie sie bei der Strasse anfallen, entfallen.

Die Untertunnelung bedarf zweier Kehren, der Südkehre, um Fahrzeuge nicht nur von der Autobahn aufnehmen zu können und der Nordkehre die fehlgeleitete Fahrzeuge ableitet. Allerdings wäre eine Nordkehre auch bei der Strassenlösung erforderlich, dann aber oberirdisch.

Zudem wäre mit der Anordnung von drei Tunnelröhren, eine für Euref, zwei weitere zur Anbindung an den Potsdamer Platz erforderlich, um die geplante Trasse ebenfalls als Tunnel zu einem späteren Zeitpunkt realisieren zu können.


4.2. Kostenschätzung

Das Verhältnis der Kosten von Rohbau zu Ausbau liegt bei 40:60. Das Verhältnis Keller- zur oberirdischen Anlage, liegt bei 1:2, also 3 Rohbau-Anteile.

Damit teilen sich die Rohbaukosten durch drei und ergeben als Vorfinanzierung 13 %.

Bei 500.000.000 €, beträgt die Vorfinanzierung 65.000.000 €,

bei 600.000.000 €,  beträgt die Vorfinanzierung 78.000.000 €, für den Bauherrn.

Zuzüglich der neuen Planstrasse mit Untertunnelung und dem Brückenumbau für das Hotel, liegt die Vorfinanzierung bei über 100.000.000 €.


4.3. Spekulation.

Die Erstellungskosten liegen bei 4.000 €/m². Findet der Bauherr 5 Käufer, die ihm den m² für 8.000 € abkaufen, dann ist seine Finanzierung gesichert und er kann ganz in Ruhe an seiner Euref rumbasteln. Ist alles fertig, dann verkauft er die zweite Charge für ebenfalls 8.000 €/m² oder mehr, als Gesellschaften mit Firmenmantel. Er hat dann mal eben 600 Millionen € im Sack und die reichen auch für angemessene Trinkgelder im Vorfeld.


4.4. Das ist nicht geklotzt – das ist gekleckert.

Eine Offerte für einen potenziellen Käufer einer Firmenrepräsentanz mit einem Einstandspreis von 100 Millionen €  wurde nicht geschrieben.  Das zusammengeschriebene Angebot der Euref hingegen ist zu dürftig um ein derartiges Bauvolumen Bedeutung zu verleihen das auf entsprechendes Interesse stossen könnte.

Damit ein potenzieller Käufer Interesse zeigt, muss eine ausführliche, attraktive und schlüssige Planung vorliegen.

Wenn man schon auf die Anhäufung von Baumassen nicht verzichten will, die Enge ergeben, dann muss dem eine Grosszügigkeit entgegengesetzt werden, die nicht auf dem Nachbargrundstück liegen darf sondern muss durch die Architektur im Innern des Areals erzeugt werden und den Interessenten überzeugen. Das Konzept muss eine eigene Überzeugung ausstrahlen.

Es fehlt die Bereitschaft den Entwurf der Industrie-Architektur zu unterwerfen. Damit verbunden sind konstruktive Details, die zwar vollmundig gepriesen, jedoch dem Interessenten nicht gezeigt und erklärt werden.

Die Wiederholung bloßer Behauptungen sind fadenscheinig und werden auch von der umliegenden Bevölkerung mit misstrauen verfolgt und bedacht.

Nur durch Offenheit und Offenlegung kann eine Glaubwürdigkeit und eine entsprechende Akzeptanz entstehen.

So verfehlen die verwendeten Begrifflichkeiten ihre Wirkung, da sie inhaltsleer, beliebig und in einem Manager-Vokabular gehalten sind das nur dieser Gruppe eigen ist, allgemein aber unverständlich bleiben.

Wenn man dann in einem Lexikon nach „Inkubator“ sucht und „Brutkasten“ findet, kommt man ins schmunzeln, offenbar müssen die zukünftigen Managern erst gebacken werden.


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