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Archiv / BauO Bln Abstandsflächen

Posted in Archiv / BauO Bln Abstandsflächen by ARCHITEKT Dipl.-Ing. Knut G Jeckstadt on 20. Januar 2010

Privates Projekt des Bauherrn  –  Umwandlung zu einem öffentlich rechtlichen B-Plan 7-29 in 3 Schritten

I. Inhalt : Verträge  –  II. Bauleitplanung : Kerngebietsanmaßung

III. Darstellung : Darstellungskunst

Abstandsflächen

AbstandsflächenBerechnung

Bauklötzer ohne entsprechende mindest Abstandsflächen, mit einem hohen Verschattungspotential, zum eigenen als auch nachbarlichen Nachteil.

Die seitenlange Beschreibung von Schatten und Abstandsflächen der einzelnen Baufelder, im Umweltbericht, die letztlich keine Begründung zur Rechtfertigung der Verletzung der BauO Bln liefert, statt dessen die Zwanghaftigkeit aufzeigt, mit der die „Baumasse“ und nicht eine schlüssige städtebauliche Gestaltung realisiert werden soll.

BauO Bln. §6 Abs.1 „Vor den Außenwänden von Gebäuden sind Abstandsflächen von oberirdischen Gebäuden freizuhalten“.

Damit nimmt das Stadtplanungsamt Einfluss auf einen zukünftigen Bauantrag indem Abstandsflächen nicht eingehalten werden müssen und unterläuft, in unzulässiger Weise, mit einer „Satzung“ eine Verordnung.

Brandschutz

Abstandsflächen gehen auf einen Brandschutz zurück, der verheerende Stadtbrände verhindern sollte und soll. So sind Durchfahrtsöffnungen auf die Aussenmasse der Feuerwehrfahrzeuge abzustimmen.

Der Abstand von der Grenze muss Platz für ein Fahrzeug mit Leiter haben und da diese nicht senkrecht benutzt werden kann, muss sich der Abstand mit zunehmender Höhe vergrössern.

Ein Rettungseinsatz von der Park- oder Bahn- oder Torgauerseite dürfte wohl ausgeschlossen sein.

Im nördlichen Bereich ist der Grenzabstand mit 8,60 m angegeben, die geplanten Objekte sollen eine Höhe von 45 m erreichen. Bei den ohnehin sehr knapp gehaltenen Abstandsflächenregelungen der BauOBln würde ein Abstand, der bei 0,4 H=4,5*4=18 m betragen.

Entlang der westlichen Grenze ist der Abstand mit 9,40m ausgewiesen, bei einer Gebäudehöhe von 30 m wäre ein Abstand von 12 m einzuhalten.

An der Grenze zum Cheruskerpark steht der Gasometer mit einem Abstand von rund 10 m. Bei einer geplanten Ausbauhöhe von 50 m, müsste der Abstand zur Grenze 20 m betragen.

Das Gebäude südlich vom Gasometer, daneben muss mit seiner geplanten Höhe von 30 m einen Abstand von 12 m einhalten, geplant 0 m.

An der Torgauer Strasse kann nicht so ohne weiteres die Strasse als Abstand hinzugerechnet werden, zum einen ist sie mit 7 m zu schmal, zum anderen ist die Strasse eine wichtige Zufahrt, die nicht mit einen im Einsatz befindlichen Wagen blockiert werden darf, bei einer Gebäudehöhe von 30 m wäre ein Abstand von 12 m zur Grenze einzuhalten.

Das Hotel an der geplanten Stelle (Westspitze) ist fatal. Bei einer Gebäudehöhe von 65 m wäre ein Abstand von 26 m einzuhalten.

Es ist eine reine Überlebensstrategie und dient den zukünftigen Beschäftigten und Besuchern zur Sicherheit, wenn die Abstandflächen auf dem GASAG-Areal angeordnet und eingehalten werden.

Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg 2. Senat:

„3. Die Unterschreitung der vor den Außenwänden von Gebäuden freizuhaltenden Abstandsflächen indiziert eine Beeinträchtigung der gesunden Wohn- und Arbeitsverhältnisse im Sinne des § 17 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BauNVO, die der Überschreitung der Obergrenzen für das Maß der baulichen Nutzung (§ 17 Abs. 1 BauNVO) entgegensteht.

4. Ergeben sich durch Festsetzungen eines Bebauungsplans geringere Abstandsflächen (§ 6 Abs. 8 BauO Bln), müssen deren Auswirkungen auf die Schutzgüter des Abstandsflächenrechts in der Abwägung berücksichtigt werden.“



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